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ARNO BOJAK / ICH GROSSE GRUPPE / 23. November – 22. Dezember 2007
Ausstellungsansichten (zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken):
Bildeten noch vor einigen Jahren in Bojaks Bildern die Räume in ihrer Stofflichkeit die Sujets für Motivcollagen und gemalte Materialexzesse (Master of Tape), sind heute die aus schwebenden Kulissen
bestehenden Welten die Auftrittsorte für große Figurengruppen, in welchen scheinbar gezielt historische Vorbilder anklingen. Wobei Bojak meint, er finde seine Themen eher bei „simplen Anlässen“ und verneint das „kunstgeschichtliche Gesuche“. So führen TV-Containerformat im Steinzeitdorf und Ludwig II-Wagnergrotte zu Bojaks desaströser „Grotte“, ein Vortrag über die Vorläufer Ägyptischer Mythen gebiert „Die Zusammengenähten“. Bojak liebt Genrebilder mit offenen Fragestellungen, die Ambivalenz von Malerei und Story wird thematisiert als „Zumutung“, als „Zwischenraum“.
In den Bildern von Arno Bojak sind die Apokalypsehoffnungen unserer Gegenwart bereits Teil der neuen
Wirklichkeit. „Dr. Frank´n´Stein“ produziert seine Homunkuli in Serie. Die Kreaturen dürfen sich gegenseitig bei der Vollendung durch den Meister zusehen, sie scheinen mit kalter Wollust teilzuhaben und können assistieren. Der Schöpfer (er trägt unverkennbar selbstportraithafte Züge), arbeitet nicht im Verborgenen, sondern zelebriert seine Kunst im Baumarkt zu den erweiterten Öffnungszeiten.
Wir begegnen in Bojaks Bildern unseren Zeitgenossen auf der sehnsuchtsvollen Suche nach neuer Gestalt, nach neuer Identität. Die Figuren agieren nach einem geheimen Plan in absurde Tätigkeiten verstrickt, blitzlichtartig für den Betrachter sichtbar, die Spiegel bergen Trümmer und Zitate, Kunstgeschichte und Trockenbau.
Eine Serie liebevoll gemalter Portrait-Hybriden entstand in jüngster Zeit, Charaktere vor malerischen
Ordnungen geben den Kontrast zu den zeitgleich entstehenden großformatigen Schlachten der Malerei.
(Text von Frank Diersch)