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TORSTEN SOLIN / STRANGE ANIMALS / 9. Januar – 14. Februar 2009

Ausstellungsansichten (zum Vergrößern bitte anklicken):

exhibition view 1
exhibition view 2
exhibition view 3
exhibition view 4

(Fotos: Uwe Walther)


Torsten Solin liebt das Konträre. Seine Arbeiten sind Ausdruck eines Spiels mit Dualismen, deren Komposition scheinbar aus dem Unbewussten entspringt. Auf der Suche nach dem Selbst der Dinge stellt er seine Kunst auf die Basis von Gegensätzen, die sich allerdings nur auf den ersten oberflächlichen Blick widersprechen. Versteht man sie jedoch im Rahmen eines dialektischen Prozesses als Einheit, legen sie immer auch ihren Kern, das Wesentliche der Dinge offen.

Die Ausstellung „STRANGE ANIMALS“ entführt als Rauminstallation aus Skulptur und fotorealistischer Malerei in eine phantastische Welt. In grauer Umgebung, ähnlich der Rohversion einer dreidimensionalen Computerwelt, öffnet die Kunst Fenster zur Subjektivität des Künstlers. Da Subjektivität jedoch nicht losgelöst betrachtet werden kann - ist sie doch vor allem eine komplexe Reaktion auf die stoffliche Welt - ist die Interaktion zwischen Außenwelt und Innenwelt universell und somit auch für den Betrachter zwingend.

Solins Skulpturen materialisieren Seelenzustände. Der Künstler als Teddybär, eingeschlossen in den kuschelig niedlichen Körper eines Kinderspielzeugs, zeigt lediglich sein Gesicht, dessen Augen mal sehnsuchtsvoll, mal fragend oder skeptisch in die Welt blicken. Das Gefühl des Eingeschlossenseins und der Handlungsunfähigkeit angesichts mangelnder Wehrhaftigkeit gegenüber der menschlichen Beschaffenheit wirft hier die Frage nach der Willensfreiheit des Menschen auf. Sind wir mehr als das Spielobjekt eines biologischen Determinismus?

Auf die Doppelgesichtigkeit allen Seins als Grundmotiv greift Solin auch in seiner extrem naturalistischen Malerei zurück. Nackte Frauen locken den Betrachter in surreale Bildkompositionen und verunsichern zugleich ob ihrer erotischen Präsenz und makellosen Schönheit. Die Grenze zwischen Realität und Illusion verschwimmt.

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Ausstellungseröffnung dokumentiert durch den Berliner Kunstkontakter:
www.berlinerkunstkontakter.de